Tag 7 : Bamberger Kirchenwanderung
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| Die protestantische St. Stephanskirche... |
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| ...mit angenehm hellen, im Vergleich eher schlichtem Interieur... |
An dieser Stelle
muß ich erstmal kurz meine Beziehung zu sakralen Bauwerken erklären. Ich
war zu keiner Zeit meines Lebens irgendeiner Religion verbunden und
habe auch sonst keinen Draht zu spirituellen Sachen. Allerdings habe ich
seit meiner Kindheit ein Interesse an sakralen Bauwerken und deren
Kunstschätzen… das war zeitweise schwierig, zu Zeiten der DDR war es
nicht immer gerne gesehen wenn man sich zu oft in Kirchen rumtreibt…
aber es sind ja auch nicht nur Kirchenbauten, sondern im Prinzip alles
was aus alten Steinen gebaut wurde, bereits als 13jähriger habe ich in
den 1980ern schon als Führer im Schloß Sanssouci etwas Geld in den
Ferien verdient…Leser meiner Schottland Blogs wissen ja das ich dort
gerne Castles besichtige, auch wenn sie nur noch ein Haufen voller
Steine sind.
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| Die Obere Pfarre mit ihrem gotischen Umgangschor... |
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| ...und recht üppigem Inneren... |
Bamberg ist natürlich eine sehr katholische Stadt
wie überhaupt ganz Franken oder Bayern. Da diese Stadt im zweiten
Weltkrieg ziemliches Glück hatte von größeren Zerstörungen verschont zu
werden, gilt Bamberg als die größte vollflächig erhaltene Altstadt
Deutschlands… mit entsprechend vielen Kirchen. Die größte und
bekannteste ist natürlich der Dom… 1000 Jahre Geschichte und immer
wieder Veränderungen machen ihn schon zu einem sehr beeindruckenden
Bauwerk. In seinem Schatten gibt es aber auch noch etliche andere
bemerkenswerte Kirchenbauten. Ich hatte mir auf der Karte ein paar
ausgeguckt und bin diese in wenigen Stunden abgelaufen und habe ziemlich
viel fotografiert.
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| Das Karmelitenkloster |
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| ...wartet auf Spenden das es mit der Restauration weiter gehen kann... |
Begonnen habe ich bei St. Stephan. Das
einzigartige dieser Kirche ist, das sie von einem Papst geweiht wurde…
nun gut, das gibt es in der Tat häufiger… aber man muß schon dazu sagen,
das es eine evangelische Kirche ist… das allerdings erst seit gut 200
Jahren und als Papst Benedikt VIII. diese Kirche weihte, war an Luther
oder Reformation noch lange nicht zu denken. Viel aus der Zeit ist heute
eh nicht übrig… das jetzige Kirchengebäude entstand im 17. Jh in einem
Stilmix aus Spätrenaissance und Frühbarock. Seit der letzten großen
Renovierung erstrahlt das Innere der Kirche in einem strahlenden Weiß,
was wirklich sehr gut aussieht. Ich war ganz alleine in dem großen Raum…
eine ganz besondere Stille war das…
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| St. Jakob vom Michelsberg... im Hintergrund die Altenburg |
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| St. Jakob innen... der romanische Kirchenstandard um 1100 |
Von schlichtem Weiß und Ruhe
konnte in der nächsten Kirche keine Rede sein, es ging wenige hundert
Meter in die Pfarrkirche zu unsere lieben Frau… im Volksmund einfach
„Obere Pfarre“ genannt. Die katholische Kirche (ab jetzt sind alle
weiteren katholisch) entstand im Zeitalter der Gotik im 14. Jahrhundert.
Der Chor wurde etwas später als das Langhaus gebaut, was besonders
außen gut zu erkennen ist. Das Innere des Bauwerks ist sehr reichhaltig
ausgestattet, was meistens von der Barockisierung Anfang des 18. Jh
stammt, aber auch viele Schätze früherer Epochen z.B. ein großes Bild
von Tintoretto…. die zweitgrößte Kirche der Stadt ist von der
Ausstattung deutlich prächtiger als der Dom… an dem wurde in den letzten
200 Jahren zu viel rumgedoktert…
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| St. Martin in der Innenstadt... |
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| ...mit barocker Ausstattung... |
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| ...und einer Kuppel die nur so tut als wäre sie eine... |
Deutlich kleiner war dann die
nächste Kirche : Das Kloster St. Maria & St. Theodor am Karlsberg,
auch Karmelitenkloster genannt wurde im 12, Jh als Frauenkloster
gegründet, im Laufe der Jahrhunderte war es Heimat verschiedener Orden.
Die heutige Kirche ist ein Barockbau von Leonhard Dientzenhofer, die
Originalausstattung ist weitestgehend nicht mehr existent… was heute zu
sehen ist wurde Anfangs des 20. Jh im neobarocken Stil errichtet.
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| St. Gangolf im Gärtnerviertel |
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| ...im Kern ebenfalls spätes 11. Jahrhundert. |
Ebenfalls
nicht sonderlich groß ist die St. Jakobskirche unweit vom Dom. Sie ist
eine romanische Basilika mit Querschiff und Holzdecken… so in etwa muß
man sich auch den ursprünglichen Dom vorstellen. Die Westfassade erhielt
einen barocken Giebel und auch der Turm erhielt sein heutiges Aussehen
in dieser Zeit. Die Kirche ist Teil des Jakobsweges.
Mein Weg
führte mich nochmals auf den Michelsberg, das Wetter war großartig und
so konnte ich noch ein paar Bilder bei schönem Wetter machen. Die
nächste Kirche war St. Martin am grünen Markt mitten in der
Fußgängerzone der Stadt. Die Kirche ist ein Barockbau von den Gebrüdern
Dientzenhofer und wurde zwischen 1686 und 1696 errichtet. Bemerkenswert
ist eine Scheinkuppel… also eine Art optische Täuschung an der
Gewölbevierung.
Eine Kirche hatte ich noch auf dem Plan und das
war St. Gangolf im Westen der Stadt, die die Gärtnerviertel genannt
wird. St. Gangolf hat auch einen romanischen Kern, ähnlich wie St.
Jakob, wurde auch häufig umgestaltet.
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| ...nach 6 Kirchen nun aber genug der Abbitte... ein Bier auf der Altenburg... |
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| Sensationeller Blick auf Bamberg von der Altenburg |
Das sollte es für diesen
Tag zum Thema Kirchen gewesen sein, es war aber gerade mal früher
Nachmittag und die Altenburg, ein in der Stadt gut sichtbares Gebäude
reizte mich… nur nicht so recht der Anstieg… also beschloss ich ein Taxi
zu nehmen und mich für den Preis von 3 Bier da hoch fahren zu lassen.
Ich nahm den Wagen der als erster in der Reihe am ZOB stand und merkte
nach ein paar Momenten… das ist doch Viktor (!), der Karmikazepilot der
uns von Bamberg nach Breitenlesau gefahren hatte… was für ein Zufall,
aber er hat mich nicht erkannt und die 10 min Fahrt waren auch weniger
gefährlich als beim ersten mal.
Die Altenburg ist hauptsächlich
ein Bauwerk vom Anfang des 20. Jahrhunderts, allerdings gab es durchaus
ältere Vorgänger. Auf der Burg befindet sich ein Biergarten der u.a.
Weyermann Bier ausschenkt, das ist Bier aus dem Gebäudekomplex einer
markanten Malzfabrik unweit vom Bahnhof Bamberg. Wie alle anderen
gastronomischen Stätten die ich in den letzten Tagen besuchte, wurde
auch hier sehr genau auf die Abstandsregeln und sonstigen
Coronamaßnahmen geachtet… hier vielleicht noch ein wenig mehr… aber das
machte nichts, das Bier war nicht so meins, es hätte gut irgendein
Dünnbierpils aus einer Industriebrauerei sein können. Das große Ding
dieser Location war natürlich der Ausblick auf die Stadt… und die war
wirklich großartig. Leider wurde es von der anderen Seite bedrohlich
finster und es schien wohl klar das es gleich einen Regenguss geben
würde… also ging ich wieder bergab Richtung Stadt, der Regen war eher
kurz und dann durfte es auch erstmal eine Pause sein… etwa 15 km hatte
ich schon in den Beinen. Abends brauchte es nochmal Schäuferla und
Sternla Bier zum Abschied dieser tollen Tour… die nächsten Tage wird es
garantiert wieder kalorienärmere Speisen geben und das Bier wieder erst
abends… so viel steht fest ;)
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| ...das letzte Abendmahl... (war wohl in zu vielen Kirchen heute ;) |
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